Friedland ist ein Ort der Begegnung, der Geschichte und der Zukunft. Hier treffen Menschen aus vielen Ländern aufeinander, hier wird Menschlichkeit gelebt – seit Jahrzehnten. Diese Vielfalt ist unsere Stärke und prägt, wie wir über Politik, Zusammenhalt und Verantwortung denken.
Wir Grünen stehen für eine Gemeinde, die ökologisch handelt, sozial zusammenhält und demokratisch gestaltet.
In Zeiten zunehmender Unsicherheit und gesellschaftlicher Spaltung wollen wir Mut machen: Mut zur Veränderung, Mut zur Verantwortung und Mut zur Zusammenarbeit. Gemeinsam mit den Bürger*innen Friedlands wollen wir unsere Heimat klimaneutral, gerecht und weltoffen weiterentwickeln.
Unsere Politik orientiert sich an den Werten Freiheit, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit. Wir treten für eine Zukunft ein, in der jeder Mensch in Friedland sicher leben, mitgestalten und sich zu Hause fühlen kann.
Friedland soll ein Ort bleiben, der Brücken baut – zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Menschen und Ideen. Für dieses Ziel arbeiten wir mit Herz, Verstand und grüner Kraft in unserer Gemeinde.
Wir gestalten Friedland so, dass alle Menschen gut leben können. Dafür stärken wir Bildung, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit.
Gleichstellungspolitik verlässlich absichern, Stelle der Gleichstellungsbeauftragten erhalten
Einwohner*innenbeteiligung anregen und ausbauen, selbstorganisierte Arbeitsgruppen stärker unterstützen und in Entscheidungen des Rates und der Verwaltung einbinden
Friedland zukunftsfähig für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen machen: barrierefreie Wohn- und Unterstützungsstrukturen, Arbeitsgruppe zum demografischen Wandel
Kinder und Jugendliche in Friedland
Kinder und Jugendliche sollen in Friedland gewaltfrei und sicher, gesund und selbstbestimmt aufwachsen können. Wir wollen, dass alle mit guten Teilhabemöglichkeiten groß werden, dass sie Bildungs-, Freizeit- und Beteiligungsangebote finden und unsere Gemeinde mitgestalten können.
Kitas und frühe Förderung
Wir setzen uns für ausreichend Kita-Plätze, verlässliche Öffnungszeiten und eine gute personelle Ausstattung in der frühkindlichen Bildung ein.
Besonders wichtig ist uns, dass Familien im Alltag unterstützt werden. Dazu gehören bezahlbare Angebote, gesunde Schulen sowie Unterstützung für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Auch die Verpflegung in Kitas und Schulen soll gesund, regional und bio sein.
Jugend und Freizeit
Jugendliche brauchen Orte, an denen sie willkommen sind und nicht nur „geduldet“werden. Deshalb wollen wir Jugendräume, Treffpunkte und Freizeitangebote in den Ortsteilen stärken. Ferienangebote, Sport, Kultur und Naturerlebnisse sollen bezahlbar und niedrigschwellig erreichbar sein. Einrichtung von Single Trails und Downhill-Tracks für Radfahrer*innen, 3x3-Basketball Plätze, Halfpipes für Skateboards und Räder.
Schule und Bildung
Schule ist mehr als Unterricht. Wir wollen Schulsozialarbeit stärken, Prävention ausbauen und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Eltern, Jugendhilfe und Gemeinde verbessern. Gute Bildung braucht auch gute Wege. Deshalb setzen wir uns für sichere Schulwege, bessere Radverbindungen, gute Fußwege und verlässliche Busangebote ein, damit Kinder und Jugendliche selbstständig und sicher unterwegs sein können.
Mitbestimmung von Anfang an
Kinder und Jugendliche sollen in Friedland mitreden, wenn es um ihren Alltag geht. Wir schlagen Jugendforen, Jugendbudgets und regelmäßige Gespräche mit Orts- und Gemeinderat und Verwaltung vor, je nach Bedarf der Jugendlichen selbst. Mitbestimmung beginnt im direkten Lebensumfeld. Wer früh erlebt, dass die eigene Stimme zählt, entwickelt Vertrauen in Demokratie und Gemeinschaft.
Es ist unsere Überzeugung, dass der Erhalt der biologischen Vielfalt, sowohl im Siedlungsraum als auch in der freien Landwirtschaft, unmittelbar mit dem Erhalt unserer Lebensgrundlagen verknüpft ist. Tragfähige, schadstofffreie und strukturreiche Lebensräume sind nicht nur die Voraussetzung für den Schutz auch gefährdeter Arten, sondern verzahnen die landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion im Ganzen für eine regionale und gesunde Ernährung.
Wir machen uns für eine ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft stark. Familienbetriebe, Direkt- und Regionalvermarktung stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen.
Unser Leinebergland ist mit seinem Wechsel an Waldflächen, Grünland, Streuobstwiesen, Magerrasen, Ackerland, Felsformationen und Steinbrüchen nicht nur extrem abwechslungsreich und spannend, sondern auch besonders und einmalig. Dieses Pfund gilt es zu erkennen und in einem naturverträglichen Tourismus für die örtliche Wertschöpfung zu erschließen. Mitten drin liegt die ehemalige innerdeutsche Grenze, das Grüne Band.
Landschaftsplan aktualisieren, Biodiversität gezielt fördern (Blühstreifen, Heckenstrukturen, Grünflächen weniger mähen)
Regionale Vermarktung unterstützen, Austausch zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung fördern
FriedlandGarten als Mitmachprojekt stärken (stabile Finanzierung, Vernetzung mit Museum Friedland, Grenzdurchgangslager und lokalen Initiativen)
Das Grüne Band, der ehemalige sog. „Todesstreifen“, ist gleichzeitig ein größtenteils naturbelassener Lebensraum. Es verbindet unsere gemeinsame innerdeutsche Geschichte mit neuen Perspektiven. Wir möchten die dort im Schatten der ehemaligen Grenze erhaltenen Lebensräume dauerhaft sichern und gleichzeitig die Erinnerung an die unmenschliche Grenze in unserer Gemeinde verankern. Das Grüne Band wird durch Schautafeln, Infohäuschen und Aussichtsplattformen für Besucherinnen und Besucher attraktiver.
Der thüringische Teil des Grünen Bandes wurde 2018 zum Nationalen Naturmonument erklärt. Wir werden uns mit dem Landkreis dafür einsetzen, dass das Land Niedersachsen diesem Beispiel folgt.
Die Gemeinde Friedland hat in den letzten Jahren den Ausbau des schnellen Internets (Glasfaser) verschlafen und nicht stringent verfolgt oder gar umgesetzt. Auch der Ausbau des mobilen Datennetzes (5G) ist nur in Teilbereichen erfolgt. Daher ist Friedland im Landkreis die Gemeinde mit dem langsamsten Angebot, wobei der Landkreis Göttingen selbst schon zu den schlecht versorgten Landkreisen in Niedersachsen gehört (siehe https://gigabitgrundbuch.bund.de).
Daher fehlt Friedland eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer innovativen Wirtschaft, deren Einrichtung häufig in Bestandsgebäuden möglich wäre.
Unser Ziel wird daher sein, den Breitbandausbau in Friedland voranzutreiben,um die Gemeinde auch resilient für Krisen und Katastrophen aufzustellen.
Wir wollen in Friedland wirtschaftliche Entwicklung mit ökologischer Verantwortung verbinden. Kreislaufwirtschaft soll dabei stärker angestrebt werden.
In der Gemeinde Friedland gibt es keine Flächen, die sich für größere Betriebe eignen. Dennoch bestehen Möglichkeiten, mit guten Ideen in bestehenden Gebäuden oder durch teilweise Umnutzung wirtschaftliche Projekte zu entwickeln.
Bei allem, was Menschen in unserer Gemeinde wirtschaftlich verfolgen, soll auch die ökologische Qualität der Idee berücksichtigt werden - ebenso wie das Bewusstsein, Vorhaben ressourcenschonend und flächensparend umzusetzen.
Weitere Chancen sehen wir in der Entwicklung eines sanften Tourismus im Dreiländereck Südniedersachsen, Thüringen und Hessen.
Wir wollen
Räume für lokale Betriebe und Begegnungen schaffen
Erneuerbare Energien nutzen
Die Energiewende bietet Chancen für lokale Wertschöpfung. Wir fördern Bürgerenergie, faire Beteiligung, kommunale Wärmeplanung, Windenergie, und Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden.
Flächen klug entwickeln
Innenentwicklung hat Vorrang vor neuen Gewerbegebieten. Bestehende Flächen sollen besser genutzt und ökologische Standards verbindlich werden, in Kooperation mit Nachbarkommunen.
Infrastruktur verbessern
Glasfaser, Mobilfunk und gute Verkehrsanbindung sind entscheidend. Wir setzen auf besseren ÖPNV, sichere Radwege und digitale Verwaltung bei gleichzeitigem Erhalt persönlicher Zugänge.
Gute Arbeit und Teilhabe
Alle sollen Zugang zu Arbeit und Ausbildung haben. Wir stärken Fachkräftegewinnung, Kinderbetreuung, Integration in den Arbeitsmarkt und achten auf faire Arbeitsbedingungen.
Nachhaltige Beschaffung
Kommunale Ausgaben sollen regional, ökologisch und sozial wirken. Wir setzen auf faire Vergaben, regionale Produkte und fördern Kreislaufwirtschaft.
Ökologische Wertigkeit wirtschaftlicher Vorhaben
Unterstützung von wirtschaftlichen Projekten in bestehenden Gebäuden und bei Umnutzung
Entwicklung von Konzepten für sanften Tourismus
Die sozial gerechte Energiewende für Mieter*innen beginnt vielfach auf dem eigenen Balkon. Deshalb setzen wir uns für die Fortsetzung des unbürokratischen Solarförderprogramms ein. So gelingt gute Beteiligung an der nachhaltigen Energiegewinnung ganz ohne großen Netzausbau.
Elektrische Energie aus Wasserkraft ohne neuen Zubau von Wasserläufen kann auch in der Gemeinde Friedland genutzt werden, wenn bestehende Objekte wie alte Wassermühlen reaktiviert werden-
Der vorliegende Bericht zur kommunalen Wärmeplanung klammert die Möglichkeit von Wärmespeichern vollständig aus. Hier dringen wir auf Nachbesserungen. Ein eigenständiger Klimabeirat, aus Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Expert*innen, soll das Klimaschutzmanagement der Gemeinde zukünftig begleiten.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Flächen ist für uns entscheidend. Wir wollen wertvollen Ackerboden erhalten und unnötige Versiegelung vermeiden. Neue Baugebiete sollen nicht auf hochwertigen landwirtschaftlichen Flächen entstehen.
Gleichzeitig setzen wir auf die Nutzung vorhandener Ressourcen. Ein kommunales Kataster für leerstehende Wohnungen soll einen besseren Überblick schaffen. Vorhandener, aber leerstehender Wohnraum kann so besser für Vermietung oder Verkauf erschlossen werden. Leerstand darf kein Spekulationsobjekt sein. Auch in Friedland ist es nicht einfach, eine passende Wohnung zu finden.
Für ältere Menschen wollen wir neue Wohnformen entwickeln und fördern, die Gemeinschaft, Selbstständigkeit und Unterstützung miteinander verbinden.
Leerstandsregister für Wohnungen und Häuser einführen
Vorrang für Innenentwicklung vor Außenentwicklung
Prüfung aller neuen Baugebiete auf Alternativen zu Ackerflächen
Kooperation mit Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften
Prüfung von Fördermöglichkeiten für günstigen Wohnraum
Analyse des Bedarfs an seniorengerechten Wohnformen
Entwicklung und Förderung von Wohnprojekten, zum Beispiel Mehrgenerationenwohnen
Unterstützung von Initiativen für gemeinschaftliches Wohnen
uns für Solaranlagen bei Neubauten von Privat- und Gewerbegebäuden einsetzen
Wir wollen dazu beitragen, den Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren. Daher wollen wir das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Friedland konsequent umsetzen.
Die Energiewende soll weiter gefördert werden, damit die Nutzung von Heizöl und Gas zunehmend durch erneuerbare Energien ersetzt wird.
Auch die Verkehrswende wollen wir weiter voranbringen. Dazu soll der vorhandene Straßenraum für den Radverkehr verbessert werden. Bestehende Fußwege sollen auf ihre Eignung und Sicherheit überprüft und entsprechend umgestaltet werden.
Wir setzen uns für Tempo 30 in den Ortschaften ein, um Gefahren zu entschärfen, Lärm und andere Emissionen zu reduzieren und damit gesundheitliche Verbesserungen zu erreichen.
Der ÖPNV soll für unsere Einwohnerinnen und Einwohner weiter gestärkt werden. Das Anrufsammeltaxi soll erhalten bleiben und der ÖPNV durch On-demand- Angebote ausgebaut werden. Übergänge zwischen Bahn, Bus und Fahrrad wollen wir erleichtern.
die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts der Gemeinde Friedland
weitere Förderung der Energiewende und erneuerbarer Energien
Verbesserung des Straßenraums für den Radverkehr und grundsätzliche Trennung von Rad- und Autoverkehr auf Straßen mit hohen Geschwindigkeiten
Überprüfung vorhandener Wege für den Fußverkehr
Einsatz für Tempo 30 in den Ortschaften
Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs
Erhalt des Anrufsammeltaxis
Bessere Verknüpfung von Bahn, Bus und Fahrrad
Friedland steht seit Jahrzehnten für Ankunft, Übergang und Neubeginn. Als Ort mit einer besonderen Geschichte und als Standort von Aufnahme- und Integrationsaufgaben trägt unsere Gemeinde eine Verantwortung für Menschenwürde, Zusammenhalt und Demokratie. Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus gefährden das friedliche Zusammenleben in unserer Gemeinde. Wir Grünen treten ihnen entschlossen entgegen, schützen Betroffene und stärken alle, die sich für ein offenes Friedland einsetzen.
Wir wollen
öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Gedenkformate, die Friedlands Rolle als Ort der Aufnahme, der Migration und der demokratischen Erinnerung sichtbar machen.
Wir lehnen ab, dass kommunale Flächen, Räume und Veranstaltungen für rechtsextreme Inszenierungen missbraucht werden.
Wir stärken Betroffene durch Beratung, Begleitung und Schutzräume, etwa durch Kooperationen mit Trägern der Jugend-, Migrations- und Sozialarbeit.
Prävention und Bildung
Der wirksamste Schutz gegen Extremismus beginnt früh. Deshalb sollen demokratische Bildung, Medienkompetenz und Konfliktfähigkeit fester Bestandteil kommunaler Jugendarbeit werden. Schulen, Jugendtreffs und Sportvereine brauchen hierfür verlässliche Unterstützung und Materialien. Wir setzen uns dafür ein, dass Fortbildungen für Mitarbeitende der Gemeinde, Ehrenamtliche und Vereine angeboten werden. Wer in Friedland mit Menschen arbeitet, soll Diskriminierung erkennen, ansprechen und angemessen handeln können.
Erinnerungskultur pflegen
Wir möchten „Orte der Erinnerung“ einrichten, die sich mit der Geschichte unserer Gemeinde auseinandersetzen und diese im öffentlichen Leben darstellen. Das Thema Zwangsarbeit während des Dritten Reichs ist aus dem öffentlichen Gedächtnis entschwunden. Wir möchten, dass das „Heimkehrer“-Denkmal in Friedland historisch um die Geschichte der Zwangsarbeit und der Kriegsgefangenen in Deutschland ergänzt wird. Wir möchten die verdienstvolle Arbeit des Museums Friedland stärken und eine weitere Beteiligung der Einwohner*innen unserer Gemeinde bei der Aufarbeitung der Geschichte fördern.
Klare Haltung
Wir stellen uns gegen jede Verharmlosung von Rechtsextremismus. Wenn Neonazis, geschichtsverfälschende Gruppen oder rassistische Netzwerke in Friedland auftreten wollen, braucht es eine eindeutige demokratische Antwort aus Gemeinderat, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Dazu gehört auch, demokratische Gegenkundgebungen, Mahnwachen und sichtbare Zeichen der Solidarität zu unterstützen. Friedland darf nicht denen überlassen werden, die spalten wollen.
Wir Grünen wollen Zuwanderung. Die Menschenwürde aus dem Artikel 1 des Grundgesetzes gilt für alle Menschen, die hier leben. Auf dieser Grundlage begegnen sich Menschen aus vielen Ländern im Grenzdurchgangslager, im Museum Friedland oder im FriedlandGarten.
Zuwanderung ist eine Realität, mit der wir uns alle auseinandersetzen müssen. Wir setzen uns dabei für bessere Informationen über Beratungsstellen (z.b. zum SGB II) und die Förderung von Netzwerken sowie von Begegnungsorten für interkulturelle Begegnungen ein. Wir möchten, dass die Arbeit unabhängiger Beratungsstellen besser publik und einfacher zugänglich gemacht wird.
Die Bezahlkarte für Asylbewerberleistungen ist häufig eine Belastung, da sie nur in bestimmten Geschäften einlösbar ist. Insbesondere für Familien mit Kindern ist ein günstiger Einkauf damit stark eingeschränkt. Hier setzen sich die Grünen für Verbesserungen ein.
Wir Grünen in Friedland möchten, dass die Realität der Zuwanderung in Verwaltung und Politik stärker berücksichtigt wird. Auf unserer lokalen Ebene gilt für uns das Ziel einer besseren Akzeptanz und damit eines besseren Zusammenlebens für alle.
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